ESCP Europe > Berlin > Lehrstühle Berlin > Finanzierung und Investition > Forschung > Finanzwirtschaftliche Unternehmensbewertung
Fragen der Unternehmensbewertung sind zwangsläufig interdisziplinär, wobei auf Erkenntnisse der Finanzierungs- und Investitionstheorie, der Rechnungslegung sowie weiterer betriebswirtschaftlicher Teildisziplinen zurückgegriffen wird. Während die Unternehmensbewertungslehre in Deutschland traditionell durch eine rechnungslegungsorientierte Perspektive geprägt war, gelten Bewertungsfragen im angelsächsischen Raum seit langem als Kernbestandteil der unternehmerischen Finanzwirtschaft (Corporate Finance). Seit den späten 1980er Jahren hat sich allerdings auch die Bewertungstheorie und -praxis in Deutschland den grundlegenden finanzwirtschaftlichen Erkenntnissen angenommen.
Bei den meisten Bewertungsanlässen handelt es sich um unternehmerische Investitionsentscheidungen unter Berücksichtigung des Verhältnisses von Risiko und Renditeerwartung. Unternehmensbewertungen berühren daher originäre Fragestellungen der Investitions- und Finanzierungstheorie. Vor diesem Hintergrund werden am Lehrstuhl für Finanzierung und Investition Fragestellungen der geeigneten Bewertungsverfahren, der Erfolgsprognose sowie der Risikoberücksichtigung und Kapitalkostenbestimmung analysiert. In Theorie und Praxis der Unternehmensbewertung dominieren heute die zukunftsorientierten Bewertungsverfahren, wie z.B. die Discounted-Cashflow-Methode. Angesichts der hohen Bedeutung, die der Restwert in diesen Verfahren hat, beschäftigt sich ein aktueller Forschungsschwerpunkt mit der strategieorientierten Restwertbestimmung im Rahmen der zukunftsorientierten Unternehmensbewertung.