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Our Team - Business Information Systems - Prof. Dr. Markus Bick - ESCP Europe Campus Berlin

Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik

Forschung

Ambient Intelligence

Ambient Intelligence bezeichnet eine technologische Entwicklung, bei der Kommunikationssysteme in die Umwelt des Nutzers eingebettet sind und diesen aus dem Hintergrund heraus unterstützen. Mehrere Objekte (Devices) bilden dabei ein ambientes System, wobei das Verständnis eines Objektes sehr weit gefasst ist und von einem Sensor bis hin zu einem Laptop reichen kann.

Ein ambientes System ist dabei in der Lage, die Daten, die es aus der realen Welt aufnimmt, zu analysieren und darauf flexibel zu reagieren. Das System passt sich zudem den individuellen Bedürfnissen des Nutzers an und kann neue Geräte in das System integrieren. Dabei wird ein möglichst natürlicher Umgang des Menschen mit den involvierten Geräten angestrebt und individuelle und kontext­spezifische Faktoren werden vom ambienten System zusätzlich berücksichtigt.Der Nutzen für den Menschen steht dabei im Vordergrund, während die Technik selbst immer weiter in den Hintergrund tritt und den Nutzer stattdessen aktiv aus dem Hintergrund heraus unterstützt.

Der Begriff Ambient Intelligence ist eng mit den Begriffen Ubiquitous Computing sowie Pervasive Computing verwandt und wird oftmals synonym zu diesen verwendet, obgleich Unterschiede bestehen. Ambiente Technologien können den Menschen in vielfältigen Anwendungsbereichen unterstützen. Typische Einsatzbereiche finden sich im Bereich der Logistik und insbesondere im Supply Chain Management, aber auch in Aus- und Weiterbildungsprozessen sowie im Gesundheitssektor.

Innerhalb der Juniorprofessur wurde bisher die Entwicklung ambienter Lern- und Wissensumgebungen prototypisch bearbeitet. Als weiteres Anwendungsfeld wurden die Nutzungspotentiale von Ambient Intelligence in Krankenhäusern untersucht.

 

Ambiente Lern- und Wissensumgebungen 

Die Entwicklungen im Bereich der Sensor-Netzwerke, wie z. B. RFID (Radio Frequency Identifikation) beeinflussen zunehmend Arbeits-, Lern- und Wissensprozesse. Auf den Ergebnissen des Schwerpunktes Konvergenz von E-Learning und Wissensmanagement aufbauend, wurde für die Entwicklung ambienter Lernumgebungen ein spezielles Framework abgeleitet. Dieses unterstützt die Analyse der didaktischen und organisatorischen Einflussfaktoren ambienter Wissens- und Lernumgebungen (Ambient Learning and Knowledge Environments – ALKE).

Das ALKE-Framework wird derzeit in verschiedenen Projekten verfeinert: So wird gemeinsam mit Vertretern der Universität Duisburg-Essen (Patrick Veith) sowie der University of Jyväskylä (Jan M. Pawlowski) der Prototyp einer sogenannten ALKE zur Förderung von (spontanen) Gruppenlernprozessen entwickelt. Die prototypische Vorgehensweise trägt der ingenieurwissenschaftlichen Provenienz der Wirtschaftsinformatik Rechnung.

In einem ersten Schritt wurde der entwickelte Prototyp nur innerhalb einer bestimmten Lernumgebung getestet. Der darauf aufbauende Class-Grouper der zweiten Generation wurde von uns zum Einsatz innerhalb eines Lernmanagementsystems und somit weiteren Kursen weiterentwickelt.

Derzeit werden Kontakte zur Turku School of Economics sowie zur Indiana University Northwest mit dem Ziel vertieft, die dritte Generation des Prototypen in einem internationalen Umfeld zu implementieren und dabei eine umfassende qualitative und quantitative Untersuchung hinsichtlich der Nachhaltigkeit bzw. der Unterstützungspotentiale vorzunehmen.

 

Ambient Intelligence in Krankenhäusern

Neben den auf die Unterstützung von Lern- und Wissensprozessen fokussierten Aktivitäten bieten die Fortschritte in den Bereichen Mikrosystemtechnik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie verschiedene weitere Unterstützungsmöglichkeiten. In diesem Zusammenhang wurde zwischen April und Dezember 2007 an der ESCP Europe Campus Berlin durch die Juniorprofessur für Wirtschaftsinformatik das Forschungsprojekt Ambient Intelligence in Medical Environments and Devices (AIMED) durchgeführt.  

 

Ambient Intelligence in Medical Environments and Devices (AIMED)

Projektart: Drittmittelförderung (TSB Technologiestiftung Innovationszentrum Berlin)

Projektlaufzeit: 01.04.2007 bis 31.12.2007

Kurzbeschreibung:

Ziel des Projektes war es, die Nutzungspotentiale von Ambient Intelligence zu analysieren und zu bewerten. Mittels Experteninterviews wurde herausgearbeitet, welche Technologien derzeit in Krankenhäusern Anwendung finden und welche sinnvollen weiteren Einsatzmöglichkeiten seitens ambienter Technologien bestehen. Dabei wurden jene ambienten Nutzungspotentiale behandelt, die sich für chirurgische Fachabteilungen anbieten.

Es wurde ein qualitativer Forschungs­ansatz zugrunde gelegt, um die notwendige Tiefe bei den Forschungsergebnissen erreichen zu können. Anhand von Interviews mit leitenden Angestellten von drei verschiedenen Krankenhäusern wurden diese Nutzungspotentiale detailliert bewertet. Dadurch wurden zum einen neue, bisher nicht in der Forschung betrachtete Anwendungsgebiete identifiziert, zum anderen wurden auch Probleme, die aus Nutzersicht gegen ambiente Technikunterstützung sprechen, deutlich.

Als zentrales Ergebnis wurde ein umfassender Katalog entwickelt, der aufzeigt, welche Relevanz die verschiedenen Anwendungsbereiche aus Anwendersicht aufweisen. Dieser Katalog kann einerseits Praktikern helfen, Probleme bei der Entwicklung und Implementierung von ambienten Systemen im Vorfeld zu berücksichtigen, um dann entsprechend reagieren zu können. Andererseits bieten diese Ergebnisse auch die Grundlage für weitere Forschungsprojekte.  

 

Veröffentlichungen

Pawlowski, Jan M., Markus Bick und Patrick Veith: Context metadata to adapt Ambient Learning Environments, Konferenzbeitrag, 2008.

Bick, Markus, Tyge F. Kummer und Wiebke Rössig: Kritische Analyse der Einsatzgebiete von Ambient Intelligence in Krankenhäusern,  Konferenzbeitrag, 2008.

Bick, Markus und Tyge-F. Kummer: Ambient Intelligence and Ubiquitous Computing,  Beitrag im Sammelwerk, 2008.

Bick, Markus, Tyge-F. Kummer und Wiebke Rössig: Ambient Intelligence in Medical Environments and Devices. Qualitative Studie zu Nutzenpotentialen ambienter Technologien in Krankenhäusern, Working Paper, 2008. (Online-Version)

Bick, Markus: Ambient Intelligence in Medical Environments and Devices – Ergebnisse der qualitativen Studie zu Nutzenpotentialen ambienter Technologien in Krankenhäusern, Vortrag, Berlin 2008

Bick, Markus: Nutzenpotentiale Ambienter Technologien in Krankenhäusern, Vortrag Fulda 2008.

Bick, Markus und Tyge-F. Kummer: Beurteilung der Nutzungspotentiale sowie der Probleme von Ambient Intelligence im Krankenhaus, Workshopbeitrag 2007.

Bick, Markus und Jan M. Pawlowski: A Framework for Integrated Ambient Learning and Knowledge Environments, Konferenzbeitrag 2007.

Bick, Markus, Tyge Kummer, Jan M. Pawlowski und P. Veith: Standards for Ambient Learning Environments, Konferenzbeitrag, 2007.

Bick, Markus, Tyge-F. Kummer und Jan M. Pawlowski: Ambient Intelligence Framework zur Förderung kollaborativer Wissens- und Lernprozesse, Konferenzbeitrag, 2007.