Abstract

This article looks at the history of business schools and identifies specific characteristics that are common to European management schools. On the basis of these characteristics, European management is subsequently defined as a cross-cultural, societal management approach based on interdisciplinary principles.

In a final step, a closer look is taken at how European business schools should prepare their students for the unique European management context. It is suggested that such schools should provide courses on cross-cultural management and courses explaining the interdependencies between the private and the public sector, offer students opportunities to experience other cultures over the course of their studies, and teach management from an interdisciplinary and practically-oriented perspective.


Knowledge@ESCP Europe

Cross-cultural Management

Europäisches Management definieren:
Beobachtungen aus der Geschichte der Business Schools

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Stephanie Ryschka - Wirtschaftsinformatik

Andreas M. Kaplan
Professor für Marketing und Kommunikation

Mit circa 50 Ländern und über 60 verschiedenen Sprachen wird Europa eindeutig der Idee von kultureller Vielfälltigkeit gerecht. Auch die Europäische Union wirbt aktiv für ein mehrsprachiges Wirtschaftsmodell und ermöglicht allen EU Bürgern Informationszugang in ihrer jeweiligen Muttersprache. Vor diesem Hintergrund kann man berechtigterweise die Frage stellen ob diese Kulturen- und Sprachenvielzahl ein "europäisches Management" überhaupt zulassen? Und wenn ja, welch spezifische Wissen sollten europäische Business Schools dann den zukünftigen europäischen Managern vermitteln?

Sieht man sich die Geschichte der Wirschaftshochschulen genauer an, lassen sich spezifische Merkmale erkennen die für alle europäischen Schulen gelten und diese deutlich von ihren amerikanischen Pendants unterscheiden. So steht beispielsweise bereits auf den Lehrplänen der ersten Business Schools in Europa von Anfang an das Lernen und Lehren von Fremdsprachen. Auf der anderen Seite des Atlantiks war dies nicht der Fall. Auf Basis der genannten Gemeinsamkeiten lässt sich europäisches Management definieren als "interkulturelles, gesellschaftsorientiertes Management basierend auf einem fächerübergreifendem Ansatz".

Darüber hinaus gibt die geschichtliche Entwicklung Hinweise darauf, wie europäische Business Schools ihre Studenten ausbilden sollten, um diese auf den einzigartigen Kontext des Managements in Europa vorzubereiten. Kurse in interkulturellem Management sollten ebenso auf dem Lehrplan stehen, wie Kurse, die die Interdependenzen zwischen dem privaten und dem öffentlichem Sektor aufzeigen, anbieten. Grundsätzlich sollten Studenten die Möglichkeit haben, andere Kulturen während ihres Studiums kennenzulernen. Auch sollte Management durch einen interdisziplinären und praxisorientieren Ansatz gelehrt werden.

Zusätzlich zu den Lehrinhalten unterscheiden sich europäische und US Business Schools auch in ihren Lehrmethoden. Während die ESCP Europe beispielsweise den Gebrauch von pädagogischen Simulationsspielen, erfunden von einem ihrer Gründungsväter Vital Roux, initierte, führte die Harvard Business School, das Lehren durch Fallstudien ein. Empirische Beleg zeigen zudem, dass europäische Wirtschaftshochschulen eher praxisbezogene Projekte, Praktika und sogenanntes Action Learning verwenden im Gegensatz zu US Schulen.

In Zeiten der Globablisierung werden interkulturelle Kompetenzen immer wichtiger. Dies würde bedeuten dass europäische Managementausbildung, und insbesondere die internationale Attraktivität von Europas Business Schools, in den nächsten Jahren stärker nachgefragt wird. Zukünftige Herausforderungen wie kulturelle Diversität und kulturelle Wertunterschiede sind seit Jahren auf den Stundenplänen europäischer Business Schools vorzufinden. Der Grund hierfür ist einfach: Europa ist charakterisiert als Kontinent der ein Maximum an kultureller Vielfälltigkeit in einem Minimum an geografischem Abstand aufzuweisen hat.

Kaplan, Andreas M. (2014) European management and European business schools: Insights from the history of business schools, European Management Journal, 32(4), 529-534.