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Chair of Finance - Prof. Dr. Ulrich Pape - ESCP Europe Campus Berlin

Chair of Finance

Research

Kapitalmarktorientierte Unternehmensführung

In der betriebswirtschaftlichen Theorie ist es ebenso wie in der Managementpraxis weitgehend akzeptiert, dass die Kapitalgeber als einer der Hauptträger des Unternehmens herausragende Bedeutung für die langfristige Existenz- und Erfolgssicherung des Unternehmens haben. Die Bedeutung der Kapitalgeber bzw. Kapitalmärkte wird durch Konzepte kapitalmarktorientierter Unternehmensführung widergespiegelt. Das heißt allerdings nicht, dass sich kapitalmarktorientierte Führungskonzepte ausschließlich an den Interessen der Kapitalgeber orientieren, während die Interessen anderer Anspruchsgruppen vernachlässigt werden. Kapitalmarkt- bzw. wertorientierte Führungskonzepte verfolgen vielmehr das Ziel, die finanziellen Ansprüche der Kapitalgeber in angemessener Weise zu berücksichtigen und dadurch den Gesamtunternehmenswert im Interesse aller am Unternehmen beteiligten Anspruchsgruppen zu stärken. Neben der grundlegenden unternehmenspolitischen Verankerung kapitalmarktorientierter Unternehmensziele geht es um die Umsetzung der Kapitalmarktorientierung durch real- oder finanzwirtschaftliche Wertsteigerungsstrategien.

Unter Einbezug von Untersuchungen zu Aktionärsstruktur und Corporate Governance widmet sich die wissenschaftliche Diskussion zur kapitalmarktorientierten Unternehmensführung in letzter Zeit verstärkt der Bedeutung und Rolle institutioneller Investoren. Im Rahmen dieser Diskussion geht es vor allem um die Frage, inwieweit institutionelle Investoren direkten Einfluss auf die Unternehmenspolitik der von ihnen gehaltenen Beteiligungen nehmen. Während die unmittelbare Einflussnahme bei außerbörslichen Beteiligungen seit jeher üblich ist, ist dieses Verständnis für börsliche Beteiligungen noch vergleichweise neu. Nicht zuletzt angesichts des Volumens einzelner Beteiligungen sehen sich aber vor allem große institutionelle Investoren (z. B. Pensionsfonds) vor die Notwendigkeit gestellt, sich von der Rolle des passiven Investors zu lösen und zunehmenden Einfluss auf die Unternehmenspolitik der von ihnen gehaltenen Beteiligungen zu nehmen.

Publikationen

Laufende Forschung