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"Kapitalmärkte, asymmetrische Informationsverteilung und unternehmerisches Finanzmanagement"
Die Finanzierungstheorie hat verschiedene Argumentationsrichtungen entwickelt, die zur theoretischen Erklärung und praktischen Gestaltung des unternehmerischen Finanzmanagements dienen können. Grundlegende Ansätze sind die neoklassische sowie die neoinstitutionalistische Finanzierungstheorie, die sich unter anderem durch ihre Kapitalmarktannahmen unterscheiden. Die neoklassische Finanzierungstheorie unterstellt vollkommene Kapitalmärkte, auf denen Finanzierungsentscheidungen irrelevant für den Marktwert des Unternehmens sind. Unter diesen Annahmen steht daher die Bewertung risikobehafteter Zahlungsströme im Mittelpunkt des unternehmerischen Finanzmanagements. Im Gegensatz zur Neoklassik geht die neoinstitutionalistische Finanzierungstheorie von unvollkommenen Märkten mit asymmetrisch verteilten Informationen aus. Angesichts von Informationsasymmetrien können originäre Finanzierungsstrategien in neoinstitutionalistischer Perspektive dadurch einen Beitrag zur Steigerung des Unternehmenswertes leisten, dass sie informationsbedingte Interessen- und Anreizkonflikte mildern.
Pape, Ulrich: Kapitalmärkte, asymmetrische Informationsverteilung und unternehmerisches Finanzmanagement. In: Weber, Lars/ Lubk, Claudia/ Mayer, Annette (Hrsg.): Gesellschaft im Wandel – Aktuelle ökonomische Herausforderungen. Gabler, Wiesbaden, 2009, S. 149-167.