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ESCP Europe Working Paper No. 57 - March 2011
Basel, Jörn/Brühl, Rolf: Concepts of Rationality in Management Research - From Unbounded Rationality to Ecological Rationality.
This paper sketches important concepts of rationality. It concentrates on bounded rationality and provides descriptions of the heuristics and bias program and of the fast and frugal heuristics program by Gerd Gigerenzer and colleagues (Gigerenzer, 2002; Gigerenzer, Todd, & the ABC Research Group, 1999; Todd & Gigerenzer, 2000). One objective is to link the underlying concept of ecological rationality in judgment and decision making with the field of management research. This area has been mostly dominated with ideas of the heuristics and biases program coined by Daniel Kahneman and Amos Tversky (2000), with an emphasis of irrationality and lapses of peoples judgments and decisions. After an overview of the historic development in this debate on rationality, this paper presents a sketch of the fast and frugal heuristic program as well as short impressions from two management disciplines in order to illustrate the fruitfulness. The paper concludes with the description of dual-process models as a potentially unifying approach of both programs and their promising research potential.
Brühl, Rolf/Osann, /Mathias: Stakeholdertheorie und Neoinstitutionalismus und ihre Beiträge zur Erklärung der freiwilligen Berichterstattung am Beispiel der immateriellen Ressourcen in: Freiwillige Unternehmenspublizität, hrsg. v. Wolfgang Berens, Sonderheft der Zeitschrift für Planung & Unternehmenssteuerung, 21. Jg., 2011, Heft 3, S. 277-298.
Ausgangspunkt des Artikels ist der Befund heterogener Berichterstattung über immaterielle Ressourcen, für den auf Basis einer qualitativen Fallstudienuntersuchung und theoretischer Überlegungen der Stakeholdertheorie und des Neoinstitutionalismus ein Erklärungsbeitrag geliefert wird. Es wird argumentiert, dass sich Unternehmen mit Interessen verschiedener Stakeholder konfrontiert sehen, die aufgrund ihrer Ressourcenmacht, einen Legitimitätsdruck ausüben. Auf diesen Druck reagieren Unternehmen, indem sie versuchen durch eine Instrumentalisierung ihrer Berichterstattung ihr Image gegenüber priorisierten Stakeholdern gezielt zu beeinflussen.
Brühl, Rolf: Kennzahlen für die Zielkostenkontrolle: vom Zielkostenindex zur relativen Zielkostenabweichung, ESCP Europe Working Paper, Nr. 56, Berlin, 2010
In diesem Aufsatz wird die Entwicklung verschiedener Kennzahlen für die Zielkostenkontrolle und mit ihr verbundener Visualisierungsdiagramme nachgezeichnet. Die schon früh geäußerten Bedenken gegen den Zielkostenindex werden systematisiert; es wird dabei gezeigt, dass er in bestimmten Intervallen systematisch zu Fehlinterpretationen verleitet. Daher wird dafür plädiert, ihn in der Zielkostenkontrolle nicht mehr zu verwenden. Besondere Beachtung findet eine Variante auf Basis von Kostenbeträgen, die als „relative Zielkostenabweichung“ bezeichnet wird. Es wird gezeigt, dass diese Kennzahl den Rechnungszweck, Kontrollinformationen zu generieren, erfüllt und wie ein entsprechendes Zielkostenkontrolldiagramm konstruiert wird. Abschließend werden die wesentlichen Kennzahlen für die Zielkostenkontrolle vergleichend diskutiert.
Osann, Mathias: Freiwillige Berichterstattung über immaterielle Ressourcen, EUL Verlag, Köln, 2010
Untersuchungen zur Berichterstattung über immaterielle Ressourcen zeigen, dass Unternehmen sehr unterschiedlich über diese Ressourcen informieren. In der Arbeit von Osann wird ein Modell entwickelt, das über Ursache-Wirkungszusammenhänge der heterogenen Berichterstattung Aufschluss geben soll. Auf Basis einer qualitativen Studie (Methode der Grounded Theory nach Strauss/Corbin) wird der Prozess der Lageberichtserstellung strukturiert, indem anhand induktiv abgeleiteter Rollen das Verhalten der Akteure modelliert wird. Im Prozessmodell der Lageberichtserstellung wird die Akteursebene (Mikroebene) mit Variablen der Organisations-(Meso)ebene und der Umfeld-(Makro)ebene verknüpft, um z.B. die Einflüsse relevanter Interessengruppen zu berücksichtigen.
Brühl,Rolf/Horch, Nils/Osann, Mathias: Improving integration capabilities with management control, in: European Journal of Innovation Management, 13 Jg., 2010, Heft 4, S. 385-408.
The purpose of this paper is to gain a deeper understanding of how companies integrate their innovation and operations processes. Referring to the dynamic capability approach, we derive an “integration capability” construct from a set of qualitative data. We expand this concept stressing the specific role of management control as a crucial part of an integration capability to align the different processes. These dynamic capabilities are crucial to gain a sustainable competitive advantage. Until now, research on integration capabilities has lacked an analysis of the role of management control; with the empirical findings, this paper shows how management control improves integration capability.
Rolf Brühl: Kennzahlen für Zielkostenkontrolle in: Zeitschrift für Planung & Unternehmenssteuerung, 21. Jg., 2010, Heft 1, S. 117-128
In diesem Artikel wird die Entwicklung verschiedener Kennzahlen für die Zielkostenkontrolle und mit ihr verbundener Visualisierungsdiagramme nachgezeichnet. Die schon früh geäußerten Bedenken gegen den Zielkostenindex werden systematisiert; es wird dabei gezeigt, dass er in bestimmten Intervallen systematisch zu Fehlinterpretationen verleitet. Daher wird dafür plädiert, ihn in der Zielkostenkontrolle nicht mehr zu verwenden. Besondere Beachtung findet eine Variante auf Basis von Kostenbeträgen, die als „relative Zielkostenabweichung“ bezeichnet wird. Es wird gezeigt, dass diese Kennzahl den Rechnungszweck, Kontrollinformationen zu generieren, erfüllt und wie ein entsprechendes Zielkostenkontrolldiagramm konstruiert wird. Abschließend werden die wesentlichen Kennzahlen für die Zielkostenkontrolle vergleichend diskutiert.
Brühl, Rolf: Handlungserklärungen in einer erkenntnispluralistischen Methodologie. Betriebswirtschaftliche Handlungstheorien und Methodenkombinationen, in: Mixed Methods - Konzeptionelle Überlegungen, hrsg. v. Thomas Wrona, Günther Fandel, Zeitschrift für Betriebswirtschaft, Sonderheft 4, 2010, S. 43-76.
Auf der Grundlage einer handlungstheoretischen Interpretation der Betriebswirtschaftslehre werden die beiden Konzepte „Erklären“ und „Verstehen“ in eine erkenntnispluralistische Methodologie eingebettet. Es wird gezeigt, dass eine solche Sichtweise für eine wissenschaftstheoretische Absicherung von Methodenkombination verwendet werden kann. Anhand verschiedener Typen von betriebswirtschaftlichen Handlungstheorien, insbesondere empirischen und rationalen, werden Möglichkeiten der Methodenkombination an Beispielen illustriert und ihre Fruchtbarkeit für die Forschung aufgezeigt. Abschließend werden die Folgen für die betriebswirtschaftliche Forschung diskutiert und für eine Kooperation verschiedener Paradigmen argumentiert.
Brühl, Rolf: Controlling. Grundlagen des Erfolgscontrollings, 2. Auflage, R. Oldenbourg Verlag, München, 2009.
Controlling wird in diesem Lehrbuch als eine umfassende Steuerungsfunktion im Unternehmen aufgefasst, welche das Management durch eine erfolgsorientierte Steuerung unterstützt. Die dafür notwendigen Controlling-Instrumente werden ausführlich vorgestellt und durch viele Beispiele und Übungen illustriert. Die zweite Auflage des Lehrbuchs ist grundlegend überarbeitet und in einigen Kapiteln auch erweitert (7. Zielkostenplanung und -kontrolle: neue Kennzahlen zur Zielkostenkontrolle, 13. Kennzahlen und Balanced Scorecard: Erweiterung um strategy maps). Ausführlichere Informationen sowie eine Leseprobe finden Sie hier.
Horch, Nils: Management Control of Global Supply Chains, Josef Eul Verlag, Köln, 2009.
In Zeiten der Globalisierung müssen international agierende Unternehmen ihre Wertschöpfungsketten über alle beteiligten Organisationen hinweg gestalten und steuern. Das Controlling unterstützt das Supply Chain Management dieser globalen Supply Chains bei ihren Steuerungsaufgaben durch entsprechende Planungs-, Kontroll- und Informationssysteme. In dieser Dissertationsschrift werden mittels einer Multi-Methoden-Untersuchung, bestehend aus einer qualitativen Untersuchung einer darauf aufbauenden Kausalanalyse, die in der Praxis zu findenden Systeme des Supply Chain Controllings eingeteilt und ihre wesentlichen Bestimmungsfaktoren durch eine empirische Erhebung getestet.
Brühl, Rolf/Horch, Nils/Orth, Mathias: Vertrauen und Controlling - Ein Spannungsverhältnis im Spiegel der Forschung, in: Perspektiven des Strategischen Controllings, hrsg. v. Marko Reimer und Stefanie Fiege, 2009, S. 97-116
In diesem Artikel werden auf Basis eines theoretischen Bezugsrahmens ausgewählte Forschungsergebnisse zum Verhältnis zwischen interpersonalen und interorganisationalen Vertrauen und dem Controlling präsentiert. Daher wird zuerst die Bedeutung von Vertrauen für das Controlling anhand der Budgetierung diskutiert und danach um das Vertrauen zwischen Organisationen erweitert, wobei speziell auf das Verhältnis von Vertrauen und dem Supply-Chain-Controlling eingegangen wird. Zielsetzung des Artikels ist es, dem Spannungsverhältnis von Vertrauen und Controlling, anhand der Kennzeichnung wesentlicher Forschungsergebnisse in diesen Bereichen, nachzugehen.
Brühl, Rolf/Horch, Nils/Orth, Mathias: Der Resource-based View als Theorie des strategischen Managements - Empirische Befunde und methodologische Anmerkungen, ESCP-EAP Working Paper, Nr. 44, Berlin, 2008
Der Resource-based View beansprucht den Status einer positiven Theorie des Strategischen Managements, indem er die Existenz und Nachhaltigkeit von Wettbewerbsvorteilen auf Basis der spezifischen Ressourcenausstattung von Unternehmen erklärt. Postuliert wird, dass so genannte strategische Ressourcen, für die angenommen wird, dass sie wertvoll, knapp, nicht-imitierbar und nicht substituierbar sind, die Performanceunterschiede von Unternehmen begründen. Dieses Arbeitspapier untersucht die Aussagen des Resource-based View auf zwei Ebenen. Zunächst wird eine wissenschaftstheoretische Betrachtung des Ansatzes vorgenommen. Darauf aufbauend werden empirische Studien analysiert, die den kausalen Zusammenhang zwischen Ressourcenausstattung und der Existenz eines nachhaltigen Wettbewerbsvorteils untersuchen. Diese Analyse bildet die Grundlage für eine kritische Auseinandersetzung mit dem Theoriestatus des Resource-based View.
Brühl, Rolf/Horch, Nils/Orth, Mathias: Grounded Theory und ihre bisherige Anwendung in der empirischen Controlling- und Rechnungswesenforschung, in: Zeitschrift für Planung, 19. Jg., 2008, Heft 3, S. 299-323.
Die Bildung von Forschungshypothesen ist zwar immer ein kreativer, sollte aber gleichzeitig kein unsystematischer Prozess sein. Im vorliegenden Artikel liegt der Fokus auf der Methodenunterstützung des Entdeckungszusammenhangs. Die Methode der Grounded Theory bietet einen Bezugsrahmen für qualitative empirische Studien, mit dem Theorien entwickelt werden, die aus dem Textmaterial zu begründen sind. Eine Literaturanalyse verdeutlicht, dass das Potenzial dieser Methode bisher in der Controlling- und Rechnungswesensforschung weitgehend ungenutzt bleibt. Anhand einer Diskussion empirischer Studien, welche auf die Methode zurückgreifen, werden Anwendungsmöglichkeiten der Grounded Theory für diese Disziplin aufgezeigt.
Reimer, Marko/Orth, Mathias: Die Bedeutung verhaltensorientierter Aspekte in der Controllingausbildung an deutschen Universitäten, in: Zeitschrift für Planung und Unternehmenssteuerung, 19. Jg., 2008, Heft 2, S. 185-205.
Die gestiegene Relevanz des verhaltensorientierten Wissens in der Controllingforschung und –praxis gab Anlass zu einer Studie über die Bedeutung verhaltensorientierter Aspekte in der Controllingausbildung an deutschen Universitäten. Auf Basis einer schriftlichen Befragung von Controllingprofessoren wurde der Status Quo und die erwartete zukünftige Entwicklung der Controllinglehre erhoben. Im Vordergrund der Untersuchung stand die Frage, ob und inwieweit verhaltensrelevantes Wissen vermittelt wird. Die Ergebnisse zeigen, dass der Umfang, in dem verhaltensrelevantes Wissen in den Lehrveranstaltungen vermittelt wird, auch und gerade vom zugrunde gelegten Controllingverständnis des Lehrstuhlinhabers abhängt. Die Befragten gehen zudem davon aus, dass verhaltensorientierte Aspekte in Zukunft vermehrt in der Lehre thematisiert werden.
Rolf Brühl/Orth, Mathias: Controlling und die Veröffentlichung von Informationen über immaterielle Ressourcen: ein Prozess der Agendabildung, in: Controlling & Verhalten, Sonderheft 1 der Zeitschrift für Controlling und Management, hrsg. v. Bernhard Hirsch, Utz Schäffer, Jürgen Weber, 2008, S. 28-38.
Empirische Untersuchungen zeigen, dass die Berichterstattung über immaterielle Ressourcen sehr heterogen ist. Bisher ist es noch nicht gelungen, diese heterogenen Befunde ausreichend zu erklären. In dem Artikel wird - ausgehend von einem Modell der Agendabildung - ein erstes Modell für die Prozesse entwickelt, die innerhalb der Unternehmen zur Veröffentlichung von immateriellen Ressourcen führen.
Rolf Brühl/Buch, Sabrina: Team Mental Model: in: Die Betriebswirtschaft, 68. Jg., Heft 3, 2008, S. 373-375.
In diesem Überblicksartikel wird in die Forschung zu geteilten Kognitionen in Organisationen insbesondere von Teams eingeführt. Das Konstrukt des Team Mental Model soll die Überlappung zwischen den einzelnen individuellen mentalen Modellen widerspiegeln. Es wird davon ausgegangen, dass mit Hilfe von Team Mental Model Teams die implizite Koordination im Team gefördert wird.
Brühl, Rolf: Begriffe und Variable in der betriebswirtschaftlichen Theorienentwicklung, in: Wirtschaftswissenschaftliches Studium, 37. Jg., 2008, Heft 7.
In der Betriebswirtschaftslehre sind viele Begriffe theoretische Begriffe, die mit beobachtbaren Begriffen in Verbindung gebracht (operationalisiert) werden müssen. Wenn Begriffe messbar gemacht werden sollen, sind die entsprechenden Variablen zu entwickeln. In diesem Beitrag wird gezeigt, wie zuerst auf der begrifflichen Ebene mit Hilfe von Nominaldefinitionen und operationalen Definitionen und dann auf der messtheoretischen Ebene mit dem Aufstellen von Messmodellen betriebswirtschaftliche Theorien entwickelt werden.