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Tuesday 30 June 2015

Neue Studie der ESCP Europe: Internationalität im Top-Management - nicht nur eine Frage des Passes

Studie von Professor Dr. Stefan Schmid zieht Vergleich zwischen Top-Management in den deutschen DAX-Unternehmen und den britischen Financial Times-100-Unternehmen.


In Deutschland haben etwa 25 Prozent der Vorstände und Aufsichtsräte keinen deutschen Pass. Bei den FT-100-Unternehmen, kommen sogar mehr als 30 Prozent der Top-Manager aus dem Ausland. Doch Internationalität ist nicht nur eine Frage des Passes – dies stellt Professor Dr. Stefan Schmid, Inhaber des Lehrstuhls für Internationales Management und Strategisches Management an der ESCP Europe, in seiner aktuellen Studie „Internationalisation of upper Echelons in Different Institutional Contexts“ heraus. Zusammen mit Dennis J. Wurster und Tobias Dauth hat er dafür die DAX-Unternehmen und die britischen Financial Times 100-Unternehmen untersucht.

Für die Internationalität von Top-Management-Positionen sind auch weitere Kriterien ausschlaggebend: die Auslandserfahrungen der Bewerber, sei es während des Studiums oder der beruflichen Laufbahn, sowie internationale Mandate in Unternehmen. Gerade bei dem zuletzt genannten Aspekt sind  die deutschen Top-Manager sehr international orientiert: Sie haben deutlich mehr Mandate im Ausland inne und sind somit deutlich stärker mit dem Ausland vernetzt als ihre Kollegen im Vereinigten Königreich. Die deutschen Top-Manager können zwar durchaus mehrjährige Berufserfahrung im Ausland vorweisen, haben allerdings im Vergleich zu den Unternehmen des britischen FT-Samples noch Nachholbedarf.

"Natürlich ist Internationalität nur eines von vielen Kriterien bei der Besetzung von Vorstands- und Aufsichtsratspositionen", so Professor Schmid, Inhaber des Lehrstuhls für Internationales Management und Strategisches Management an der ESCP Europe. "Wenn Unternehmen bei der Besetzung einer Position auf Internationalität entscheidenden Wert legen, so sollten sie nicht nur auf den Pass achten, sondern weitere Formen der Internationalität berücksichtigen. Wer etwa länger im Ausland studiert hat oder auch einen Teil der Karriere außerhalb des Heimatlandes gemacht hat, bringt ebenfalls internationale Erfahrung in den Vorstand und den Aufsichtsrat ein."

Zwei Seiten der Medaille

Dass größere Heterogenität im Management zu besseren Erfolgen führen kann, ist unbestritten. Gleichzeitig sind gerade Top-Manager gefordert, sich sowohl auf dem internationalen Parkett erfolgreich bewegen zu können, als auch mit den heimischen, lokalen marktspezifischen Anforderungen vertraut zu sein. So sind vor allem in Deutschland Verbände, Industrie- und Handelskammern aber auch Gewerkschaften wichtige Stakeholder, nicht zu vergessen die Kontakte zur hiesigen Industrie und Wirtschaft. Für Großbritannien lässt sich beobachten, dass der Großteil der Top-Manager, die aus dem Ausland kommen, vor allem einen englischsprachigen Hintergrund mitbringen.

Die ausführliche Fassung der Studie erscheint in Kürze: Schmid/Wurster/Dauth: Internationalisation of Upper Echelons in Different Institutional Contexts: Top Managers in Germany and the UK. European Journal of International Management, Vol. 9, No. 4, 2015, S. 510-535. Sie ist auch vorab erhältlich und kann bei Claudia Rudisch von der ESCP Europe angefordert werden.

Pressekontakt:
Claudia Rudisch

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